Phaidra - Repository of the University of Veterinary Medicine, Vienna
Welche genetischen, anatomischen und pathomorphologischen Faktoren hängen mit Syringohydromyelie über mehrere Wirbelsäulensegmente bei Hund und Katze zusammen? *
By Julia Nadine Mayerhofer.
Abstract
Syringohydromyelie ist charakterisiert durch flüssigkeitsgefüllte Hohlräume im Rückenmark. Die Chiari-like Malformation ist als assoziierte Läsion gründlich erforscht, doch aufgrund der wahrscheinlich multifaktoriellen Ätiologie der Syringohydromyelie ist es relevant, auch andere zugrundeliegende Pathologien und deren Zusammenhang mit Signalement, Lokalisation der Syrinx und klinischen Symptomen zu analysieren. In der vorliegenden retrospektiven Fallstudie wurde das Archiv des Tierspitals der Veterinärmedizinischen Universität Wien nach Patienten mit kontinuierlicher intramedullärer kommunizierender linearen Hyperintensität in T2-Gewichtung über mindestens drei Wirbelkörper durchsucht. Es wurden 18 Hunde und eine Katze in die Studie inkludiert. Die häufigsten Rassen waren Cavalier King Charles Spaniel (n=6) und Französische Bulldogge (n=5). Die häufigste Lokalisation der Syringohydromyelie war von Zervikal- bis Lumbalmark (17/19). Gleichzeitig vorhandene neurologische Pathologien waren am häufigsten intrakraniell lokalisiert (8/19). Siebzehn Patienten wiesen kompressive Läsionen assoziiert mit Syringohydromyelie auf. Bei zwei Patienten mit Syringohydromyelie von zervikalen bis lumbalen Rückenmarkssegmenten war die zugrundeliegende Pathologie eine zervikale beziehungsweise intrakranielle Neoplasie. Für neun Patienten waren Daten einer neurologischen Untersuchung vorhanden. Die Neurolokalisation stimmte in vier Fällen mit der Lokalisation der zugrundeliegenden Pathologie überein, war bei vier Patienten nicht beurteilbar und war in einem Fall abweichend. Syringohydromyelie entsteht häufiger durch kongenitale Malformationen oder erworbene Obstruktionen. Zervikale oder intrakranielle Neoplasien können Syringohydromyelie von zervikalen bis lumbalen Rückenmarkssegmenten verursachen. Daher ist es klinisch relevant, in diesen Fällen das Magnetresonanztomographie-Protokoll anzupassen und über die Lokalisation der Syringohydromyelie hinaus auszuweiten. Zwischen Neurolokalisation und zugrundeliegender Pathologie gibt es, sofern vorhanden, selten Diskrepanzen. Die neurologische Untersuchung in zeitlicher Nähe zur Magnetresonanztomographie Untersuchung ist daher von entscheidender Bedeutung für die Identifikation der zugrundeliegenden Pathologie.



