Wiener klinische Wochenschrift
Jodhaltige und gadoliniumhaltige Kontrastmittel und Nierenkrankheit: Konsensus-Statement der Österreichischen Gesellschaft für Radiologie (OERG) und der Österreichischen Gesellschaft für Nephrologie (ÖGN)
By Gertraud Heinz, Martin Windpessl, Alexandra Ökrösi and 5 others.
Abstract
Zusammenfassung Hintergrund/Ziel Jodhaltige und gadoliniumhaltige Kontrastmittel sind in der radiologischen Diagnostik unverzichtbar, galten jedoch früher bei chronischer Nierenkrankheit (CKD) wegen potenzieller Nebenwirkungen als problematisch. Studiendaten aus den letzten 15 Jahren führten jedoch zur Erkenntnis, dass das nephrotoxische Potenzial von Kontrastmittel überschätzt wurde und eine Neubewertung angezeigt ist. Ziel dieses Konsensuspapiers ist es, auf Basis von wissenschaftlicher Evidenz und internationalen Guidelines die intravaskuläre Anwendung von Kontrastmitteln bei eingeschränkter Nierenfunktion in praktisch anwendbarer Form zu vereinheitlichen, um zu einer optimalen Diagnosefindung bei maximaler Patientensicherheit zu kommen. Methoden Die Österreichische Röntgengesellschaft (OERG) und die Österreichische Gesellschaft für Nephrologie (ÖGN) nominierten jeweils 4 Expertinnen und Experten in eine Arbeitsgruppe zur Erstellung einer Konsensus-Leitlinie für eine sichere Kontrastmittelanwendung bei eingeschränkter Nierenfunktion. Nach einem initialen Treffen dieser Arbeitsgruppe wurde eine Literaturrecherche in verschiedenen medizinischen Datenbanken (PubMed, Embase, Cochrane Central Register of Controlled Trials) durchgeführt, und entsprechende Guidelines verschiedener internationaler Fachgesellschaften wurden identifiziert. Die wissenschaftlichen Arbeiten und Guidelines wurden in 5 weiteren Arbeitsgruppentreffen evaluiert. Die Empfehlungen für die sichere Kontrastmittelanwendung bei CKD wurden im Konsens erarbeitet. Ergebnisse/Konsens Die Empfehlungen konnten in 11 Konsensus-Statements zusammengefasst werden. Zusätzlich wurde ein Algorithmus zur Verabreichung von jodhaltigen Kontrastmitteln bei eingeschränkter Nierenfunktion erarbeitet. Schlussfolgerung Diese von der OERG und ÖGN erarbeiteten Empfehlungen dienen der Vereinheitlichung intravaskulärer Kontrastmittelverabreichung bei CKD unter Berücksichtigung des diagnostischen Nutzens der kontrastmittelgestützten Untersuchung im Vergleich zum potenziellen Risiko einer damit assoziierten Nierenschädigung.



